Bei der Wellpappe handelt es sich um ein wichtiges Instrument der Verpackungsindustrie. Sie besteht wie Papier aus Zellstoff und hat dank ihrer wellenförmigen Innenschicht den Vorteil, leicht und trotzdem sehr stabil zu sein. Das erste gewellte Produkt entstand um das Jahr 1856 in England. Im Jahr 1871 erhielt der Amerikaner Albert Jones in den USA das Patent für das gewellte Papier zu Verpackungszwecken.

Zunächst wurden damit Flaschen und Gläser für den Versand verpackt. Echte Wellpappe mit einer glatten und einer gewellten Seite wurde erstmals von Oliver Long im Jahre 1874 patentiert. Doppelseitige Wellpappe mit glattem Papier auf beiden Seiten wurde im Jahr 1882 in den USA durch Robert H. Thompson als Patent angemeldet. So begann die industrielle Herstellung der Wellpappe. In Europa trat die Wellpappe im Jahr 1886 in Erscheinung, ebenfalls durch Robert H. Thompson.

FAQ Wellpappe

Wellpappe ist das beliebteste Verpackungsmittel am Markt. Es ist robust, leicht und dazu noch umweltfreundlich. Aufgrund seiner Beschaffenheit ist es außerdem deutlich stabiler als Konkurrenzprodukte wie zum Beispiel Vollpappe. Das Preis-Leistungsverhältnis ist unschlagbar. Ob als Faltkarton oder individueller Produkt- und Transportschutz, Wellpappe ist der Allrounder!

Wellpappe besteht mindestens aus einer Welle (gewelltes Papier) sowie einem Deckpapier. Als Deckpapier wird ein Test- oder Kraftliner verwendet. Beides wird miteinander verleimt. Aus diesem Verbund resultiert die Stabilität der Wellpappe. Die gängigsten Faltkartons FEFCO 0201, FEFCO 0203 bestehen aus Wellpappe.

Die Erfindung von Jones – der das geriffelte Papier erfand – wurde 1874 von dem Amerikaner Oliver Long weiterentwickelt. Erstmals wurde das geriffelte Papier mit einer glatten Papierbahn verklebt und somit entstand die erste Wellpappe (Rollenwellpappe). Das erste Patent für „echte“ Wellpappe erhielt 1892 der Amerikaner Robert H. Thompson. Er war der erste, der das gewellte Papier mit zwei Deckenpapieren (innen und außen) verklebte.

Auch heute ist die Herstellung von Wellpappe noch ein kompliziertes Verfahren. Ein-, zwei- und dreilagige Wellpappen werden unter Druck und Hitze hergestellt. Die Papierbahnen (Wellen- und Deckenpapiere) werden miteinander verklebt. Zur Herstellung wird mindestens eine gewellte Papierbahn mit zwei Deckenpapieren benötigt.
Für die Wellenform wird die Papierbahn erwärmt, befeuchtet und anschließend mit hohen Druck geformt. Mit Spezialkleber werden die Bahnen miteinander verbunden.

Wellpappe besteht aus Altpapier. Ausgenommen hiervon sind spezielle Kartons, die zum Beispiel beschichtet wurden. Das Altpapier kann der Endverbraucher ganz einfach über die blaue Tonne entsorgen. In manchen Kommunen auch über die grüne Tonne.

Größere Mengen von Kartons und Altpapier können beim örtlichen Entsorger, meist kostenlos, abgegeben werden.

Das Geheimnis der Stabilität der Wellpappe liegt in der Form und der Anordnung der Wellen. Die Bauweise zur Welle tritt in ganz ähnlicher Form auch in der Natur auf. Als Beispiel kann man hier Bambus und Nester von Wespen betrachten. Aufgrund der Röhrenstruktur wird der ausgeübte Druck auf die Fläche gleichmäßig verteilt. Prinzipiell ist die Wellpappe – von der Struktur und Anordnung – verwandt mit Bambus. Auch hier sind einzelne Röhren nebeneinander, wodurch das Gewicht optimal auf die Fläche verteilt wird.

Bereits als einlagiges Endprodukt ist Wellpappe sehr stabil und tragfähig. Generell gilt, je mehr Wellen verarbeitet wurden, desto stabiler ist die Wellpappe. Unterschieden wird hierbei zwischen ein-, zwei- und dreiwelliger Wellpappe. Auch die Art der Welle trägt zur Stabilität bei.

Außen-, Zwischen- und Innendecken werden aus Test- und Kraftliner hergestellt. Die Stärke bzw. Dichte der Liner wird in g/m² angegeben. Umso höher dieser Wert ist, umso dicker und fester ist auch der Liner. Der Kraftliner wird aus Nadelhölzern hergestellt. Der Frischfaseranteil liegt dabei bei mindestens 80%. Testliner hingegen werden aus 100% Altpapier hergestellt. Im Vergleich zu Kraftlinern besitzen diese geringere Qualitätseigenschaften.

Wellpappe basiert auf natürlich, nachwachsende Rohstoffe. Hergestellte Wellpappe aus Deutschland besteht durchschnittlich aus 80% Altpapier. Den übrigen Teil bilden Frischfasern, welche aus Holz gewonnen werden. Da die Rohpapiere hauptsächlich aus Altpapier hergestellt werden, dürfen diese die Bezeichnung Recyclingpapier tragen. Bei der Herstellung von Wellpappe wird ein Leim aus Weizen-, Kartoffel-, oder Maisstärke genutzt.

Auch heute ist die Herstellung von Wellpappe noch ein kompliziertes Verfahren. Ein-, zwei- und dreilagige Wellpappen werden unter Druck und Hitze hergestellt. Dabei werden die verschiedenen Papierbahnen – die sich zwischen Wellen- und Deckenpapieren unterscheiden – miteinander verklebt. Für die Herstellung von Wellpappe wird mindestens eine gewellte Papierbahn mit zwei glatten Deckenpapieren miteinander verbunden.

Die Welle wird mithilfe einer Wellpappanlage erzeugt. Um die Wellenform zu erhalten, wird die Papierbahn erwärmt und befeuchtet. Anschließend wird die Welle unter hohen Druck zwischen verschiedenen Walzen geformt. Mit einem Spezialkleber auf Stärkebasis wird anschließend die gewellte Papierbahn mit zwei glatten verbunden. Für eine mehrlagige Wellenstärke wird dieser Vorgang wiederholt.

Wellpappe wird heute hauptsächlich in der Verpackungsmittelindustrie eingesetzt. Sie gilt sogar als das weltweit am meisten verbreitete Verpackungsmaterial. Dabei stehen vor allem sogenannte Transportverpackungen im Vordergrund. Die Gründe dafür sind einfach: Wellpappe ist ein Verpackungsmaterial mit nur sehr geringem Eigengewicht, weist aber bezogen auf dieses Eigengewicht eine hohe Stabilität auf. Beide Faktoren prädestinieren sie geradezu als Transportverpackung. Daneben wird Wellpappe auch sehr gerne als Bastelmaterial verwendet. Aus lassen sich zum Beispiel ganz einfach Fächer für heiße Sommertage. Auch diverse Girlanden zum Dekorieren sind denkbar.

Bei Wellpappenrohpapier handelt es sich sozusagen um den Grundstoff, aus dem Wellpappe gefertigt wird. Mittlerweile wird dafür hauptsächlich Altpapier verwendet. Der Anteil liegt meist bei rund 80 Prozent. Ein wichtiges Kriterium beim Wellpappenrohpapier ist der sogenannte Flächengewichtsbereich, der in Gramm pro Quadratmeter (g/m²) angegeben wird. Er ist entscheidend für die Stabilität des späteren Wellpappenprodukts verantwortlich und damit letztlich auch für die Verwendungsmöglichkeiten. Soll das Wellpappenprodukt zum Verpacken von Lebensmitteln verwendet werden, muss schon das Wellpappenrohpapier nach den Anforderungen der Lebensmittelhygiene (HACCP) zertifiziert sein. Wellpappenrohpapier wird im Herstellungsprozess in der Regel befeuchtet und erwärmt.

Im Gegensatz zur Vollpappe besitzt Wellpappe viele kleine durch den Herstellungsprozess bedingte Hohlräume, die Schläge und Erschütterungen auffangen bzw. dämpfen können. Sie eignet sich deshalb auch besonders für empfindlich oder zerbrechliche Materialien. Vollpappe ist im Vergleich dazu dichter, was dazu zu hoher Stabilität und Festigkeit führt. Mit ihr lassen sich somit auch sehr robuste und auch individuelle Verpackungen herstellen.

Die C-Welle ist eine Wellenform bei der Wellpappe. Sie hat eine Wellenteilung on 6,5 bis 7,9 Millimeter und ein Wellenhöhe von 3,1 bis 4 Millimeter. Sie weist damit eine etwas geringere Höhe auf als die sogenannte A-Welle. Im Laufe der 1970er Jahr hat die C-Welle die bis dahin dominierende A-Welle weitgehend abgelöst. Die C-Welle wird auch Mittelwelle genannt.

Die E-Welle wird gerne auch als Feinstwelle oder als Mikrowelle bezeichnet. Sie weist eine Wellenteilung von 2,6 bis 3,5 Millimeter und eine Wellenhöhe von 1 bis 1,9 Millimeter auf. Mit der Einführung der E-Welle konnte neue Anwendungsgebiete für die Wellpappe erschlossen werden. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass sich Verpackungen mit E-Welle leichter bedrucken lassen. Damit sind sie als Verkaufsverpackung auch für das Segment hochwertiger Verbrauchsgüter geeignet.

Zweiwellige Wellpappe ist eine Wellpappe, die aus zwei übereinander liegender Wellen besteht. Sie wird gerne auch Doppelwelle oder Kombiwelle genannt. Eine zweiwellige Wellpappe besteht in der Regel aus einer Außendecke und einer Innendecke, zwischen denen die Wellen getrennt durch eine Zwischendecke angeordnet sind. Die Verbindung der einzelnen Teile erfolgt meist in einem sogenannten Kaschierwerk, in dem Leim aufgetragen und anschließend in einer Heizpartie miteinander verklebt wird.

Ein Karton ist ein Werkstoff, der in erster Linie in der Verpackungsmittelindustrie eingesetzt wird. Er besteht in der Regel aus mehreren Lagen Papier, die ohne den Einsatz von Klebstoff miteinander verbunden werden. Diese Verpressung unter hohem Druck nennt man auch Vergautschung. Je nach Grammatur kann ein Karton in den Bereich der Papiere oder der Pappen gehören.

Bei der Laschenklebung handelt es sich um die am häufigsten eingesetzte Klebetechnik beim Zusammenfügen einer Verpackung aus Wellpappe. Dabei wird ein flüssiger Klebstoff, meist handelt es sich um einen Dispersionskleber aufgetragen. Dieser Klebstoff ist in trockenem Zustand weitgehend wasserfest. Der Name Laschenklebung rührt daher, dass sich an einer Seite der Verpackung jeweils eine Lasche befindet, an die die andere Seite geklebt wird. Eine alternative Bezeichnung ist der Ausdruck „Gluen“. Sie ist eine von mehreren Verschlussarten bei Wellpappenverpackungen.

Die Wellen, die in Deutschland bei der Herstellung von Wellpappe zum Einsatz kommen, sind in der Regel sinusförmig aufgebaut. Man unterscheidet insgesamt neun unterschiedliche Wellarten, wobei eine davon, die sogenannte N-Welle in ihren Dimensionen nicht genormt ist. Der Aufbau einer Welle setzt sich aus der Wellenteilung und der Wellenhöhe zusammen. Wellenhöhe und Wellenteilung müssen jeweils genau passen, damit eine Wellpappe einer bestimmten Wellenart zugeordnet werden kann. Die Wellenteilung bezeichnet dabei das Maß zwischen zwei Wellenspitzen, die Wellenhöhe das Maß zwischen Wellental und Wellenspitze. Wellenteilung und Wellenhöhe machen insgesamt das Wellenprofil aus.

 

Herstellung von Wellpappe

Für die Wellpappe braucht es wenigstens drei Papierbahnen aus Wellpappenrohpapier, von denen eine gewellt und zwei glatt sind. Die einzelnen Bahnen werden zusammengeklebt. Je nach Verpackungsanforderungen wird das Rohmaterial ausgewählt und durchläuft mindestens zwei Stufen. Die Wellen werden in der Wellpappenanlage erzeugt. Dazu wird das Papier zunächst angefeuchtet und erwärmt, um es danach unter hohem Druck in die gewünschte Wellenform zu bringen. Auf die Wellen wird ein stärkehaltiger Kleber aufgetragen und dann wird das Papier zwischen zwei Walzen verklebt.

Abgerissenes Stück Wellpappe mit sichtbaren Wellen und Deckenpapieren

Für eine mehrwellige Wellpappe wird dieser Vorgang mit weiteren Lagen wiederholt. Die fertige und zugeschnittene Wellpappe wird in den Maschinen zu Verpackungen weiterverarbeitet. Zu diesen Maschinen gehören zum Beispiel Flachbettstanzen, Faltschachtelklebe-Maschinen, Rotationsstanzen und Inline-Maschinen. So können Kisten, Displays, Stanzverpackungen und viele andere Dinge aus Wellpappe hergestellt werden. Mit diversen Druckverfahren und Veredelungstechniken kann eine Verpackung nach den Wünschen des jeweiligen Unternehmens gefertigt und gestaltet werden.

Aufbau der Wellpappe

Die einfachste Wellpappe ist die einseitige Wellpappe, bei der die Welle mit einer Decke verklebt wird. Die zweiseitige Wellpappe besteht aus einer gewellten Papierbahn innen und zwei glatten Bahnen außen. Bei einer mehrwelligen Wellpappe handelt es sich um mehrere Lagen von gewelltem Papier, die jeweils durch eine glatte Lage getrennt sind. Auch die Außenseiten sind mit einer glatten Lage versehen.

ZeichenWellenartWellenteilung in mmWellenhöhe in mm
AGrobwelle8 bis 9,54 bis 4,9
BFeinwelle5,5 bis 6,5 2,2 bis 3
CMittelwelle6,8 bis 7,93,1 bis 3,9
DFeinwelle3,8 bis 4,81,9 bis 2,1
EFeinstwelle3 bis 3,51 bis 1,8
FMiniwelle1,9 bis 2,60,6 bis 0,9

Man unterteilt die Wellpappen in verschiedene Typen: Die C-Welle zum Beispiel ist eine grobe Welle mit der Wellenhöhe 4 mm, die B-Welle ist eine feine Welle mit der Wellenhöhe 3 mm, eine E-Welle ist eine sogenannte Mikrowelle mit der Wellenhöhe 1 bis 1,5 mm. Daneben gibt es auch Kombinationen der verschiedenen Wellenarten wie etwa die BC-Welle mit der Wellenhöhe 7 mm oder die EB-Welle mit der Wellenhöhe von 4 bis 4,5 mm.

Einsatzbereiche für die Wellpappe

In erster Linie dient Wellpappe als Verpackungsmaterial. In Deutschland hat sie einen Marktanteil von fast 65 % unter den Verpackungsmaterialien. Dabei wird die Wellpappe in verschiedenen Formen und Formaten geliefert: als ein-, zwei und dreiweillige Faltkartons, Schachteln, Ummantelungen für Gläser und Flaschen sowie alle anderen Verpackungen für die unterschiedlichen Transportanforderungen und Bedarfe. Dazu gehört zum Beispiel auch die sogenannte Schwerwellpappe für sehr hohe Anforderungen an die Stabilität.

Zu guter Letzt seien auch Möbel aus Wellpappe genannt: Sessel, Tische und Regale, sogar Betten können aus Wellpappe hergestellt werden. Die Möbel sind besonders kostengünstig und leicht aufzubauen. Beliebt sind hier kaschierte Platten aus Wellpappe. Dieser Technologie wird auch als Formcut bezeichnet. Dabei werden die Platten zu komplexen Formteilen verarbeitet. Da sie zu 100 Prozent aus recycelbarem Papier bestehen, sind sie auch besonders umweltfreundlich.

Wellpappe Qualitäten

Die Qualität der Wellpappe wird gern in Zahlen ausgedrückt. Nehmen wir zum Beispiel die Qualität 2.3. Die Zahl vor dem Punkt bezeichnet die Anzahl der Wellen des Wellkartons, hier also ist es eine zweiwellige Wellpappe. Danach wird die Belastbarkeit bezeichnet. In diesem Beispiel hätten wir eine Flächenlast von etwa 30 kg. Die Zahl Drei bedeutet hier also, dass der Karton mit einem 30 kg schweren Körper belastet werden könnte.

WelligSorteKantenstauchwiderstand in kN/mDurchstoßarbeit in JBerstfestigkeit in kPa
1-wellig1.013,5--
1.024,0--
1.034,5--
1.045,5--
1.056,5--
1.103,52,5540
1.204,03,0770
1.304,53,51000
1.405,54,01200
1.506,54,51450
2-wellig2.026,5--
2.037,0--
2.047,5--
2.058,5--
2.069,0--
2.206,55,5770
2.307,06,01000
2.408,06,51200
2.508,57,51450
2.609,08,51650
2.709,59,52000
2.8012,011,0-
2.9014,013,0-
2.9116,016,0-
2.9218,021,0-
2.9521,024,0-
2.9824,027,0-

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